Blick im Sonnenuntergang von Teufen aus

Daniels 2. Gespann- und Reiseendurotreffen in Teufen/CH

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Du liebst kleinere, persönliche Motorradtreffen ohne viel Programm? Möchtest Gleichgesinnte treffen, am Lagerfeuer Reisegeschichten austauschen und endlich mal ein Wochenende in der Schweiz verbringen, ohne das Sparschwein schlachten oder deine Oma anpumpen zu müssen? Dann solltest du das letzte Wochenende im August 2016 schon mal für Daniels 3. Gespann- und Reiseendurotreffen reservieren. Wir waren bei der Premiere 2014 und natürlich auch in diesem Jahr dabei.

Anreise mit kleinen Anlaufschwierigkeiten

Letztes Augustwochenende 2015, Zeit für Daniels Treffen in der Schweiz: Ralf und ich fahren wieder am Freitagnachmittag los – im Gegensatz zum letzten Jahr bei strahlendem Sonnenschein und ebensolcher Laune. Die bekommt aber relativ schnell einen Dämpfer: Gerade mal zwei Straßen von daheim weg hält Ralf schon wieder an: Reifenpanne an der TDM. Seine Werkstatt hat Betriebsferien und auch sonst dürfte es schwierig sein, jetzt noch einen neuen Reifen zu bekommen. Also nach Hause, Nagel rausziehen und Reifen flicken. Bei der Gelegenheit kann ich gleich bei der Basic die Schrauben an der Ölwanne nachziehen und Nicole anrufen, die ab Tübingen mit uns fahren wollte. Sie fährt schon mal alleine los und wir sind eine Dreiviertelstunde später auch wieder startklar.

Abfahrt die Zweite klappt reibungslos und wir sind froh, endlich auf dem Weg zu sein. Auf der B27 überholen wir eine campingmäßig aufgerödelte XT, die uns auch dann noch hartnäckig auf den Fersen bleibt, als wir die Bundesstraße Richtung Süden verlassen. Beim nächsten Abbieger kommt von hinten die Frage: „Wollt ihr auch zum Daniel?“ und schwupp, ist unsere Kleingruppe um Philipp reicher.

Strahlender Sonnenschein macht die zügige Anfahrt zum Vergnügen und wir kommen im schönsten Abendlicht in Teufen an. Aber wo 2014 noch einsam ein paar Zelte auf der Schafwiese standen, ist es jetzt fast schwierig, noch einen Platz für unser riesiges Zelt zu finden. Das einzig gerade Wiesenstück hat Daniel nämlich als Parkplatz für die Mopeds abgesperrt. Merke fürs nächste Mal: Wer früher kommt, kriegt die besten Plätze. Wir sind dennoch zufrieden, als unser Wohnpalast auf der etwas abschüssigen Wiese steht, und wenden uns dem gemütlichen Teil des Abends zu.

Daniel hat die Organisation im Vergleich zum letzten Jahr etwas professionalisiert – was sicher auch an der tatkräftigen Hilfe von Maria und Jean-Pierre liegt. Es gibt wieder Spaghetti Bolognese, genügend Cola light und ganz viel nette Gesellschaft. Wir wundern uns kurz, dass Nicole noch nicht da ist, erfahren aber dann, dass sie bei ihrer Schwester schläft, die in der Nähe wohnt.

 

Schwägalp, Schlorziflade und echte Kühe: der Samstag

Nach einem leckeren und von Maria auch fürs Auge schön angerichteten Frühstück geht es wieder mit Daniel auf Tour. Kleine Sträßle, sattgrüne Wiesen und strahlendblauer Himmel – schöner kann ein Motorradtag nicht beginnen. Sogar die Einheimischen sorgen für ein ungeplantes Highlight: Wir geraten mitten in einen Almabtrieb und nutzen die Gelegenheit, fesche Männer in Tracht und die typischen Schweizer Kühe aus nächster Nähe zu fotografieren. Eine der Kühe möchte Freundschaft mit der Basic schließen und rempelt so stark am Koffer, dass ich Mühe habe,  das Moped zu halten.

Ein paar Kilometer weiter der nächste Stopp: Marens Leih-SV sucht beim Abbiegen Bodenkontakt – der nicht klappbare Schalthebel muss provisorisch repariert werden. Pause mit Gruppenfoto an der Schwägalp. Leider gibt es dort heute keinen Schlorzifladen. Daniel ist fast schon genervt, weil ich mittlerweile noch mehr Leute angesteckt habe, diese Appenzeller Spezialität unbedingt probieren zu wollen. Aber er ruft brav in Teufen beim Dorfbäcker an und reserviert dort die letzten drei Stücke – wohl, um endlich seine Ruhe zu haben *grins*.

Nachdem auch Christian und Nicole angekommen sind, geht es weiter durchs idyllische Heidi-Land. Zur Erfrischung halten wir an einer Schleuse. Aber nur Nicole geht wirklich ins Wasser – wir anderen begnügen uns mit einer Stein-Wasserschlacht. Die nassen Mopedklamotten sorgen für Kühlung auf dem Heimweg.

Wieder in Teufen angekommen, wartet eine leckere Überraschung auf uns: Daniels Mutter hat Kuchen gebracht, der zusammen mit dem Schlorzifladen reißenden Absatz findet. Inzwischen sind noch ein paar Nachzügler angekommen: Wir begrüßen alte Bekannte, lernen neue Leute kennen und genießen den auf solchen Treffen üblichen Themenmix rund um Motorradreisen, Motorradtouren, Traumreisen, Reiseträume und alles, was dazu gehört.

Später am Abend gibt es noch Daniels legendäres Steinpilzrisotto und so klingt der Abend satt und zufrieden mit netten Menschen und spannenden Geschichten am Lagerfeuer aus.

 

Mit Philipp durch den Schwarzwald: die rasselnde Rückfahrt

Am Sonntagmorgen die übliche Mischung aus hektischer Betriebsamkeit und „Eigentlich will ich ja noch gar nicht heim“-Trödeln. Gegen Mittag sind auch Philipp, Ralf und ich startbereit. Philipp hat eine nette Route vorbereitet: Direkt von Teufen aus geht es ein paar Offroad-Kilometer runter nach St. Gallen, dann am Bodensee entlang und über den Schwarzwald Richtung Stuttgart. Als „schwäbischer Neubürger“ hat er ja noch viele weiße Flecke auf der Landkarte seiner neuen Heimat.

Wir zeigen ihm die Hexenlochmühle und erfreuen uns daran, dass die Straße durchs Hexenloch jetzt komplett neu gemacht ist. Was mich nur mehr und mehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass an der Basic vornerum irgendwas rasselt. In Furtwangen müssen die Jungs eh tanken, also gehen wir auch dem Rasseln auf den Grund – und der ist eigentlich fast peinlich: Die Bremsbeläge sind so runter, dass Metall auf Metall schleift. Dabei hatte Ralf das doch vor unserer Tour de France im Juli noch gecheckt.

Hilft nix, wir trennen uns von Philipp und fahren die restlichen 160 km schnelle Strecken mit wenig Bremsbedarf, also Bundesstraße und sogar ein Stück Autobahn. Wenn man sehr defensiv und vorausschauend fährt, klappt die Verzögerung auch mit der Trommelbremse hinten. Aber immer wollte ich das definitiv nicht haben.

 

Zum Schluss noch

ein ganz herzliches Dankeschön alle Beteiligten für ein tolles Gespann- und Reiseendurotreffen in Teufen – ganz besonders an Daniel und Maria für die tolle Organisation. Wenn alles klappt, sind wir natürlich auch 2016 wieder dabei.

2 Kommentare

  1. War ein gelungenes Treffen. Interessante Gespräche mit anderen Reisenden und Tipps für zukünftige Touren abgreifen war so ziemlich einfach. 🙂

    Hier noch mein Rückblick zu dem Treffen: http://www.blindschleiche.ch/2015/09/2-gespann-und-reiseendurotreffen-in-teufen/

    Ich freue mich auf jeden Fall schon auf nächstes Jahr. Bin sicher auch wieder dabei.

  2. Pingback: Kurs Nordost: Fernwehtreffen 2015, Teil 1 - travel2wheels - Motorradreisen und mehr

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