fernweh nikolaustreffen 2017

Leise rieselt der Schnee: Fernweh-Nikolaustreffen 2017

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Zelten auf der schwäbischen Alb – Ende November? Die meisten Menschen in unserem Umfeld schütteln nur verständnislos den Kopf, als sie unsere Wochenendpläne hören, aber uns hat das Fernweh-Nikolaustreffen in Münsingen im letzten Jahr so viel Spaß gemacht, dass wir nicht lange zögern, als Tom zur diesjährigen zweiten Auflage einlädt.

Schnell auf „Zusage“ geklickt und die Vorfreude kann beginnen. Unseren ursprünglichen Plan, mit dem Motorrad zu fahren, begraben wir aber schweren Herzens am Donnerstagabend, denn Dauerregen und einstellige Temperaturen schreien förmlich nach der standesgemäßen Blechverpackung für Weicheier.

Gute Entscheidung, auch wenn es seit einer Stunde trocken ist, als wir am Samstagnachmittag endlich starten. Ab Metzingen finden sich nämlich schon wieder die ersten verschämten Regentropfen auf der Windschutzscheibe. Ich sage noch zu Ralf: „Hauptsache, es bleibt so lange trocken, bis das Zelt steht.“ und es sieht tatsächlich so aus, als ob wir Glück haben, denn der Regen wird nicht stärker.

Wir begrüßen kurz die ersten Leute, suchen uns einen Platz und bauen das Zelt auf, unterstützt von Detti, der mit dem Bus da ist und unseren Arbeitsplatz mit seiner Lampe gut ausleuchtet. Denn natürlich sind wir wieder im Dunkeln zugange. Just als Ralf den letzten Hering im Boden versenkt hat, geht es ohne Vorwarnung los, aber so richtig. Graupelschauer vom Feinsten. Ich flüchte ins Zelt, Ralf wirft mir noch die Packsäcke mit Matten, Schlafsäcken und Co. hinterher und sucht dann im Auto Schutz, während ich mich an die Inneneinrichtung des Zeltes mache.

Eine Viertelstunde später ist der Spuk vorbei und ich wage einen Blick nach draußen: Wahnsinn, alles weiß. Von wegen Graupel, das ist richtiger Schnee. Also ist heute Nacht wohl echtes Wintercamping angesagt. Cool, dann können wir gleich testen, was unsere Ausrüstung so kann. Aber erstmal gehen wir zum Feuer, das wie letztes Jahr in einer der halboffenen Grillhütten lodert. Dort warten lauter nette Leute und ein supertoller, wenn auch a….kalter Abend kann beginnen. Wir grillen die guten Thüringer von Matze, dazu gibt es Glühwein und Reisegeschichten von Nah und Fern. Eben ein echtes Fernwehtreffen.

Andreas und Karl sind die einzigen, die mit den Motorrädern da sind UND zelten – dabei haben die aus Niederbayern gar nicht mal den kürzesten Weg. Respekt! Ansonsten ist unser Zelt das einzige auf dem großen Platz. Tilman und Katja haben wohl auch gezeltet, sind aber vor dem Schnee schon wieder heimgefahren. In diesem Jahr erfreuen sich auch die beheizbaren Schäfer- und Heidewagen großer Beliebtheit, aber es geht ja auch darum, uns zu treffen und miteinander Spaß zu haben. Beweisen, dass wir harte Biker sind, muss wohl keiner von uns…

Nach Ingmars Mitternachtsgrill-Aktion wird es plötzlich leer in der Grillhütte und schließlich sitzen nur noch Andreas, Karl und ich am Feuer. Zeit, die Nachtruhe einzuläuten. Vorher setze ich noch einen Tipp von Harry in die Tat um und mache damit Ralf glücklich: So ein Fünfliter-Kanister mit heißem Wasser ist nämlich eine prima Wärmflasche. Passt zwar nicht in den Schlafsack, macht dafür aber einen guten Job als Innenraumheizung. Denn knackig kalt ist es definitiv, die weiße Pracht bleibt liegen und es friert. Aber nur draußen, denn auch ohne Wärmekanister sorgt unsere Ausrüstung dafür, dass es im Zelt warm genug ist. Klasse, nun wissen wir das auch.

Am Sonntag fahren einige schon sehr früh Richtung Heimat – und verpassen Harrys tolles Rührei mit Zwiebeln, Paprika und Speck. Alex bekommt sogar eine vegetarische Variante und der Frühstücksmeister muss ganz schön rotieren, um beide Pfannen im Auge zu behalten. Aber lecker war’s – vielen Dank an Harry und Assistentin Maren 🙂

Kalt ist es immer noch, aber die Sonne scheint, der Schnee glitzert und wir erfreuen uns am ersten richtigen Wintertag für dieses Jahr. Wir schütteln den Schnee vom Zelt und stehen noch ein bisschen am Feuer, während die Sonne hoffentlich das Zelt trocknet. Zwischendurch gibt es noch eine Führung durch das selbst ausgebaute „Fleckvieh“ von Christina und Michael. Der LKW hat zwar kein Allrad und ist wohl auch relativ schwer, dafür aber mit einem Bad ausgestattet, das mit vielen heimischen Bädern absolut mithalten kann. Wow…

Gegen Mittag zerstreuen sich dann die letzten. Auch Karl und Andreas packen ihre Mopeds und wir beneiden sie nicht, als wir unser Geraffel einfach in den Kofferraum werfen und uns auf den Heimweg machen. Sitzheizung gewinnt heute gegen Moped. Zumindest bei uns. Und schon ist das Nikolaustreffen 2017 vorbei – wie immer viel zu schnell.

 

Nikolaustreffen 2017 – es war uns wieder mal ein Fest

Vielen Dank an alle, ihr seid die Besten. Zum Schluss noch unsere wenigen Fotos (die durch Klicken größer werden).

 

 

 

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