Frühlings-Vorboten im Februar: Motorradtour Strohgäu, Löchgau und drumherum

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Sonntag, 13.00 Uhr, knappe 10 Grad… Nein, das ist nicht die Geschichte vom letzten Sonntag, denn etwas ganz Entscheidendes hat sich verändert: Der Himmel ist nicht grau, sondern strahlendblau. Die Sonne scheint um ein paar Schäfchenwolken herum und ohne Fahrtwind ist es schon richtig schön warm. Also rein in die Klamotten (natürlich wieder im bewährten Schichtprinzip) und los geht unsere heutige Motorradtour.

Schon auf den ersten paar Kilometern durch die Stadt stellen wir fest, dass wir definitiv nicht die Einzigen sind, die das tolle Wetter für eine Motorradtour nutzen. Bis zum Motorradtreff Glemseck könnten wir die linke Hand eigentlich fast draußen lassen und Dauergrüßen, wobei vor allem die vielen Chopperfahrer begeistert zurückgrüßen. Am Glemseck ist echt was los, aber für uns ist es noch viel zu früh für eine Pause.

Niedliche Fachwerkdörfchen säumen unseren Weg

Niedliche Fachwerkdörfchen säumen unseren Weg

Weil wir uns westlich von Stuttgart nicht besonders gut auskennen, testen wir heute mal eine (für uns) neue Art der Tourenplanung: Wir überlassen die Streckenauswahl einfach dem Navi. Erstes Etappenziel ist Vaihingen/Enz und das TomTom ist angewiesen, uns bitte auf der kurvenreichsten Strecke dorthin zu führen.

Zuerst geht es grob Richtung Westen und dann in einem weiten Bogen nach Norden. Spätestens, als wir durch nette Kurven und satt grüne Wiesen von Heimerdingen runter nach Weissach swingen, macht sich ein breites Grinsen unter dem Helm breit und das Vertrauen in unseren elektronischen Tourguide steigt rapide. Als ob der TomTom wüsste, das wir heute ganz viel Sonne tanken möchten, meidet er schattige Waldgebiete und führt uns stattdessen durch sonntagsfein herausgeputzte Fachwerkdörfchen und sanft hügelige Feld- und Wiesenlandschaften.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir sind schon anderthalb Stunden unterwegs, als Schloß Kaltenstein in Sicht kommt. Das Wahrzeichen von Vaihingen überragt die hübsche Kreisstadt an der Enz und bietet einen tollen Ausblick auf die Altstadt. Die wiederum ist ein Fußgängerparadies, mit dem Moped kommt man nur bis zum Marktplatz, der aber sogar die Auswahl zwischen Dönermann und Birgit’s Café bietet. Ralf plädiert sofort für Kuchen und mit dem Namen kann das Café ja nur gut sein *grins* Die Tische draußen in der Sonne sind alle besetzt, deswegen genießen wir unseren Kuchen drinnen mit direktem Blick auf die gut gefüllte Theke. Was wiederum dazu führt, dass Ralf sich nicht entscheiden kann und gleich zwei Stück Kuchen bestellt.

Als nächstes Etappenziel tippen wir Besigheim am Neckar ins Navi, kurvenreiche Strecke versteht sich von selbst. Zwar gibt es auf dem Weg nicht sooo viele Kurven, aber wir sind mittlerweile auf gemütliches Cruisen im Sonnenschein eingestellt und genießen die tolle Fernsicht und die vielen idyllischen Weinberge. Wir halten nicht beim Bonbon-Museum in Kleinglattbach und fahren auch in Besigheim ohne Stopp durch die wirklich nette Altstadt.

Hier endet unsere zweirädrige Weinbergswanderung.

Hier endet unsere zweirädrige Weinbergswanderung.

Am Neckar angekommen, hat das Navi Pause und wir schlagen uns in die Büsche bzw. in die Weinberge. Gar nicht so einfach, legale Wege zwischen den Reben zu finden. Ziemlich abrupt endet dann auch das schmale Teerband und wir dürfen umdrehen – nicht ohne vorher eine kleine Pause zu machen und die Sonne zu genießen.

Wieder auf der Straße, fallen mir die Hinweisschilder zum Freizeitpark Tripsdrill ins Auge. Der hat zwar um diese Jahreszeit geschlossen, aber wir fahren trotzdem hin – schon allein deshalb, weil wir beide dort noch nie waren. Schon von Weitem sichtbar ist das Gerippe der Achterbahn im Winterschlaf. Echt kahl, so ohne Wagen, Deko und den ganzen Rest. Das Beste: Jetzt im Winter ist kein Zaum drumrum, d.h. wir können mit den Mopeds ganz nah ranfahren. So lernen wir auch, dass die riesige Holz-Achterbahn „Mammut“ heißt, seit 2008 in Betrieb ist und außerdem die erste ihrer Art in Deutschland war.

Ralf, die Basic und das Mammut im Winterschlaf

Ralf, die Basic und das Mammut im Winterschlaf

Etwas Leben gibt es aber auch im schlafenden Freizeitpark: Zwei Störche sind gerade dabei, ihr Nest ganz oben mitten auf eins der Gleise einer kleineren Bahn zu bauen. Wir fragen uns, was wohl mit Familie Storch passiert, wenn der Freizeitpark seine Tore für dieses Jahr öffnet…

Störche beim Nestbau auf der Achterbahn in Tripsdrill

Störche beim Nestbau auf der Achterbahn in Tripsdrill

Ganz sicher, dass der Frühling nun wirklich im Anmarsch ist, lenken wir die BMWs langsam wieder Richtung Heimat. Als wir schließlich vor der heimischen Garage die Benzinhähne zudrehen, stellen wir überrascht fest, dass unser ausgedehntes Sonnenbad über 150 km lang war.

Weil ich vergessen habe, die Trackingfunktion vom TomTom anzuschalten, habe ich unsere heutige Motorradtour in Google Maps nachgestellt, allerdings ohne Weinbergsschlenker, daher nur 148 km lang:


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