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Wir sind tatsächlich unterwegs – von der Abreise in Etappen bis nach Südtirol

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Wer uns auf Facebook folgt, hat es bereits mitbekommen – wir sind tatsächlich unterwegs. Die Abreise war eigentlich für Sonntag, den 8. April geplant, wobei uns in der Woche vorher schon klar wurde, dass es auf Montag, den 9. April hinauslaufen wird. Letztendlich haben wir den Großraum Stuttgart dann am Mittwoch, 11. April, verlassen – was sehr gut war, denn das Hamsterrad drehte sich in der letzten Woche vor dem Start stündlich schneller. Und es ging noch so manches Drunter und Drüber.

Vorbereitungen Teil 2: Willkommen in der Zentrale des Chaos

Auto

Mein Auto musste noch in die Werkstatt, weil der neue Besitzer verständlicherweise neuen TÜV wollte, die hinteren Bremsen aber runter waren. Dann rief die Werkstatt an, dass die vorderen auch noch gemacht werden sollten. Okay, nur hatten die keine TÜV-Termine mehr, so dass ich da noch separat hingefahren bin. Normal alles keine große Sache, aber in dieser Woche fehlte die Zeit eh an allen Ecken und Enden. Immerhin hat der neue Besitzer das Auto am Freitag abgeholt und diese Baustelle war erledigt. Natürlich taten sich aber gleich ein paar neue auf.

Wohnung

In Sachen Wohnung haben wir eine Agentur beauftragt, die prompt am Freitag mit dem ersten Interessenten kommt, um die Wohnung (oder ehrlicherweise eher die Zentrale des Chaos) zu besichtigen. Keiner hatte damit gerechnet, dass der Interessent sofort zusagt, was er aber ganz spontan tut. Einerseits ist unsere Freude natürlich groß, weil wir gleich einen Untermieter haben, andererseits möchte der schon am Montag einziehen. Ja, dürfte zu schaffen sein, denken wir noch total optimistisch – wir wollen ja eh am Montag starten. Die Agentur kommt mit Verträgen um die Ecke, der Untermieter hätte gerne eine Bedienungsanleitung zur Wohnung – klar, kann er haben, nur wann soll ich die noch schreiben?

Räumen, packen, ungeplante Schraubaktion

Den Samstag verbringt Ralf in der Garage, um noch letzte Anbauen an meinem Moped vorzunehmen (USB-Steckdose, Zusatzscheinwerfer) und ich räume weiter unsere persönlichen Dinge aus der Wohnung in den Keller, damit der Untermieter die Wohnung auch komplett nutzen kann. Am Samstagabend sind wir noch bei Andi und Simone eingeladen zur Geburtstagsparty und weil wir ja kein Auto mehr haben, nehmen wir die Mopeds. Meine Basic lässt sich aber nur mit Müh und Not dazu überreden, anzuspringen. Ralf meint, die wäre über Tag beim Elektrik testen schon kaum angesprungen. Letztendlich klappt es, aber das ist nicht gut, zwei Tage vor Abreise. Da muss er nochmal ran.

Sonntags räumen wir beide den ganzen Tag weiter die Wohnung aus und versuchen recht erfolglos, den riesigen Sachenstapel für die Reise auf Packsäcke, Koffer und Zusatztaschen zu verteilen. Wie ging das nochmal mit dem Tetris? Den Montagvormittag verbringt Ralf damit, einen neuen Anlasser für meine Basic zu beschaffen und einzubauen, denn die Gute springt mittlerweile gar nicht mehr an. Und mir gelingt es nur ansatzweise, sein Fehlen an der „Räumen und Packen“-Front zu kompensieren. Um 15.30 Uhr zur Wohnungsübergabe an den Untermieter sind immerhin die meisten Räume vorzeigbar – bis auf Flur und Arbeitszimmer, wo unser Packchaos liegt. Weil der Untermieter aber eh noch arbeiten muss, gibt er uns Zeit bis 20.00 Uhr, stellt nur seinen Koffer ab, nimmt den Schlüssel mit und fragt nochmal nach der Bedienungsanleitung. Oh, da war ja noch was. Kaum ist er weg, setze ich mich hin und schreibe erstmal seine Anleitung, dann geht es weiter.

Asyl in Fichtenberg und am Mittwoch, 11. April 2018, endlich die Abreise

Mittlerweile ist uns klar, dass wir vor 20.00 Uhr kaum wegkommen werden, selbst wenn wir einfach alles Zeug wüst in die Koffer und Säcke packen (was wir mittlerweile tatsächlich tun, um Zeit zu sparen). Weil abends um acht noch losfahren aber keinen Sinn macht und wir seit der Schlüsselübergabe faktisch obdachlos sind, bitte ich telefonisch unsere Freunde Inge und Walter um Asyl für die Nacht. Dort kommen wir spätabends völlig gerädert und mit gnadenlos überladenen Mopeds an, bekommen noch ein leckeres Vesper und versuchen, erstmal wieder runterzukommen. Solche Freunde sind echt Gold wert!

Inge schlägt vor, wir sollen den Dienstag bei ihnen nutzen, um nochmal richtig zu packen und zu schauen, ob wir wirklich alles haben. Weil sich keins unserer Mopeds wirklich gut fahren ließ gestern Abend, nehmen wir dankend an und verbringen den Tag mit Umpacken und Gewicht reduzieren. Ralf stellt fest, dass er ein paar Sachen vergessen hat – in den abgeschlossenen Containern im Arbeitszimmer. Also müssen wir nochmal zurück in die Wohnung und können dabei gleich die Sachen wegbringen, die wir jetzt doch nicht mitnehmen. Außerdem muss Ralf noch den alten Anlasser zu Siebenrock bringen, der neue war ja im Tausch. Den Dienstagabend verbringen wir sehr viel relaxter, denn nun haben wir das Gefühl, wir sind wirklich abfahrbereit.

Wir brauchen dann zwar doch noch den ganzen Mittwochvormittag, um unsere Motorräder zu bepacken, aber Mittags geht es endlich los. Nochmal ein herzliches Dankeschön an Inge und Walter für das Asyl und die Chance, uns vor der Abreise nochmal richtig zu sortieren. Unser offizielles Startfoto:

Nepal2018 - Abfahrt

 

Es ist ein total komisches Gefühl, ganz normal durchs Kochertal zu fahren, die entgegenkommenden Motorradfahrer zu grüßen und dabei zu wissen, wir sind jetzt wirklich gestartet. Das Wetter meint es gut mit uns, die Sonne strahlt vom blauen Himmel und gegen die Kälte sind wir angezogen. Weil wir es am ersten Tag nicht gleich übertreiben wollen, fahren wir bis ins Allgäu und mieten uns in Steingaden in einem netten Dorfgasthof ein. Zum Zelten ist es uns definitiv zu kalt. Abends checken wir zum xten mal unsere Papiere und ich frage Ralf so beiläufig, warum ich noch ein Passbild mehr habe als er. Meint er: Ich hab doch noch eins für den internationalen Führerschein gebraucht. Oh Shit, den habe ich völlig vergessen.

Also ist auch das Programm des Donnerstagmorgens schon klar. Wir fahren zum Landratsamt nach Schongau und ich setze meinen ganzen Charme und meine Überredungskunst ein, um die nette Dame davon zu überzeugen, mir einen internationalen Führerschein auszustellen, obwohl ich gar nicht in Schongau wohne. Nach einer Weile habe ich sie soweit, sie möchte nur noch das Okay der Führerscheinstelle in Stuttgart. Das Fax kommt aber erst nach 12 Uhr  – und damit in der Mittagspause im Schongauer Landratsamt. Die geht von 12-14 Uhr und ist heilig, deswegen dürfen wir noch etwas länger warten. Als ich um Punkt 14 Uhr wieder vor der Mitarbeiterin stehe, ist aber alles klar und eine Viertelstunde später halte ich den Führerschein in den Händen und wir können Deutschland nun wirklich verlassen.

Nepal2018 - raus aus Deutschland

 

Land 2: Österreich ist schnell erledigt

Das tun wir kurz hinter Mittenwald und fahren dann völlig unspektakulär Richtung Brenner. Das Wetter wird ständig schlechter, trotzdem meiden wir die Autobahn und hoffen auf der alten Brennerstraße, dass es wenigstens trocken bleibt, wenn wir uns schon fast den A…. abfrieren. In Matrei tanken wir und ziehen gleich den Regenkombi an, denn die ersten Tropfen fielen schon. Je höher wir kommen, umso kälter wird der Regen, bis er schließlich von durchsichtig auf weiß wechselt, aber zum Glück bleibt es beim Schneeregen und die Straße ist einfach nass, aber nicht weiß. Wir sind so durchgefroren, dass wir uns in Sterzing ein Hotel mit Wellnessbereich gönnen. Die Sauna tut gut und wir bestellen für morgen schon mal besseres Wetter. Das Abendrot lässt hoffen:

Nepal2018 - Abendrot in Sterzing

 

10 Kommentare

  1. Hallo Birgit,
    das klingt alles ganz aufregend und ich es fühlt sich fast an als wäre ich dabei.
    Ich bin sicher, es spielt sich alles ein im Laufe der Zeit. Viel Spaß und eine schöne Zeit, wünsche ich euch und freu mich darauf bald wieder von euch zu lesen. Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,
      vielen Dank für deine guten Wünsche 🙂 Eine schöne Zeit haben wir, auch wenn wir noch nicht sooo weit weg von daheim sind. Aber seit wir unterwegs sind, ist es tatsächlich einfacher geworden und langsam setzt auch eine Entspannung ein 🙂
      Wir werden berichten, wie es weitergeht.
      LG auch an Michael
      Birgit und Ralf

  2. Hab es bei FB schon gesehen,… viel Spass & Glück für eure Reise.

  3. Konzentriert euch einfach auf das sonore Brummen des Motors unter euch. Das entspannt total. 🙂

  4. Liebe Birgit, lieber Ralf,

    lange Nichts voneinander gehört, trotzdem lese ich immer wiedermal hier… (Das Leben geht auch ohne FB ;-))

    Wünsche euch für eure weitere Reise alles Gute, bleibt gesund, seid nett zu den Kühen und zueinander, berichtet über eure Erlebnisse und dann irgendwann willkommen zurück.

    LG Anett

    • Hallo Anett,
      schön, von dir zu hören, und danke für die guten Wünsche. Die Kühe haben auf den albanischen Rüttelpisten schon etwas gelitten, aber da müssen sie durch. Und wir ziehen brav die losvibrierten Schrauben immer wieder an, von daher alles gut 🙂
      LG Birgit

  5. Hallo, liebe Frau Wertebach,
    Ihren Link habe ich natürlich aufgehoben und habe schon vor ein paar Wochen hier geschmökert. Ich bin gespannt wie es weiter geht! Viel Spaß, gutes Wetter, tolle Er“fahrungen“ und vor allem eine gesunde Reise!
    Liebe Grüße
    Rainer Cisch (ja, der von der Gesundheitskasse 🙂

    • Hallo Herr Cisch, und vielen Dank für die guten Wünsche. Bisher ist alles im grünen Bereich – Menschen und Motorräder sind bis auf kleinere Alters-Wehwehchen gesund. Wir hoffen natürlich, dass das auch so bleibt 🙂

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