Sozia in Ulaan Baatar – oder: Was tut frau nicht alles für ein paar Gabelsimmeringe

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Die meisten von euch dürften mitgekriegt haben, dass bei Ralfs Basic die Gabelsimmeringe gewechselt werden müssen. Wir haben die Teile in Deutschland bestellt und der Liefertermin war heute. Laut Tracking-Code sind sie auch in Ulaan Baatar, aber der Status ändert sich über Stunden nicht. Dareema vom Guesthouse Oasis bietet an, dort mal nachzufragen, was nun Sache ist. Lange geht keiner ans Telefon, erst um 16.00 Uhr erreicht sie jemanden.

Die gute Nachricht: Die Gabelsimmeringe liegen tatsächlich im DHL-Depot am Flughafen. Natürlich gibt es auch eine schlechte Nachricht: Geliefert werden sie heute nicht mehr. Entweder wir holen das Päckchen bis 17.00 Uhr selbst dort ab oder wir warten bis Montag, weil am Wochenende geschlossen ist. Der Flughafen ist 18 km entfernt am anderen Ende der Stadt, der Stadtverkehr hier ist gelinde gesagt chaotisch. Ralf will schon aufgeben, aber das Navi sagt, wir könnten 16.50 Uhr dort sein. Also los, wir haben schon lange genug auf die Teile gewartet, ich will jetzt nicht noch weitere 4 Tage in Ulaan Baatar bleiben, so schön es hier auch ist.

Also in Windeseile rein in die Mopedklamotten und los. Aber da war ja noch was. Ich hatte gar nicht bedacht, dass meine Basic im Motorradunterstand ganz hinten in der Ecke steht, blockiert von zwei deutschen und einem japanischen Moped.

Nepal2018-Mongolei-Gabelsimmeringe

Meine Basic im Mopedunterstand – das Foto habe ich nach der Rückkehr gemacht, vorher war dazu keine Zeit.

 
Mittlerweile ist es 16.12 Uhr, jede Minute zählt und wir haben jetzt einfach keine Zeit mehr, die Basic da raus zu bugsieren. Alleine fahren kann Ralf auch nicht, weil wir nicht sicher sind, ob das Päckchen auf meinen oder auf seinen Namen läuft. Weil ungewöhnliche Situationen ungewöhnliche Lösungen verlangen, nehme ich zum zweiten Mal in meinem Leben bei Ralf auf dem Sozius Platz und wir schlängeln uns durch das Chaos.

Sozia in Ulaan Baatar – definitiv nix für schwache Nerven

Und ich kann euch echt sagen, Sozia sein ist in Ulaan Baatar ein echtes Abenteuer. Nur nicht zu viel bewegen. Festhalten. Aufpassen, dass die Helme nicht zusammenknallen. Die Autofahrer anflirten, dass sie uns ein wenig Platz machen. Mitgucken, dass wir keine Autospiegel abmähen beim Schlängeln durch einen Verkehr, in dem eigentlich kein Platz dafür ist. Außerdem herrscht Dauerstau und jeder fährt ohne Rücksicht auf Regeln, Verluste und Verkehrszeichen. Ralf zieht alle Register, um schnell vorwärts zu kommen und ich schwitze Blut und Wasser. Als wir um 16.58 Uhr am Flughafen ankommen, bin ich fix und alle.

Nepal2018 - Ulaan Baatar, Gabelsimmeringe holen

Das Foto ist auf dem Rückweg entstanden, direkt am Flughafen, wo der Verkehr solche Manöver zulässt.

 
Es dauert ein paar Minuten, bis ich jemanden finde, der Englisch spricht und mir sagen kann, wo DHL ist. Um 17.05 Uhr stehen wir dort im Büro, als die letzten beiden Mitarbeiter gerade Feierabend machen wollen. Aber wir sind drin, ich gehe hier nicht ohne mein Packerl raus. Weil eigentlich schon Feierabend ist, tun sowohl das DHL-Mädel als auch die Damen am Zoll alles, um mir zu helfen. Gut, dass ich mitgekommen bin, das Päckchen läuft tatsächlich auf mich. Mit Hilfe der verschiedenen Damen navigiere ich mich durch drei Stockwerke, bis alle nötigen Formulare ausgefüllt, alle Stempel abgeholt und der Zoll bezahlt ist. Die nette Zoll-Mitarbeiterin begleitet mich dann zum Lager, wo die Jungs schon alles eingepackt haben. Schließlich ist Feierabend. Aber nach einigem Hin und Her bekomme ich die Sendung noch. Das Abenteuer hat sich also gelohnt – nun kann Ralf schrauben.

Nepal2018-Mongolei-Gabelsimmeringe

Die Gabelsimmeringe sind da – voll motiviert fängt Ralf mit Schrauben an, obwohl es jetzt schon fast dunkel ist.

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